In Gedenken an Baldone, genannte Bracco Baldo,
der am 3. Dezember 2010 im Alter von ca. 4 Jahren
den Weg über die Regenbogenbrücke antrat



Am 1. November 2009 habe ich in Italien eine schwerstverletzte Bracke kennengelernt. Baldone, auch Bracco Baldo genannt. Sein Leben hing am seidenen Faden, denn sein Besitzer hatte alles auf dem Hof mit Insektenvertilgungsmittel eingesprüht und Bracco Baldo gleich mit.


Die Synapsen seiner Vorderläufe wurden dadurch irreparabel geschädigt, wir diskutierten mit den Tierschützern und der Tierärztin vor Ort darüber, ihn einzuschläfern oder eben nicht.

Am nächsten Morgen war ich bei diesem Hund ... ich habe das Bild vor Augen ... mein Gefühl ... ich fühlte mich einfach mies, weil ich mich am Abend zuvor dafür aussprach, ihn zu erlösen. Doch in dem Moment, wo ich bei ihm im Stall der Tierschützerin lag ... dieser Hund zeigte mir klar, dass er leben möchte.

Gut einen Monat später, also ziemlich genau vor zwei Jahren, holte ihn einen bewundernswerte Frau zu sich nach Deutschland. Bei ihr und ihrer Familie leben schon mehrere Jagdhunde aus dem Tierschutz und sie nahm die Arbeit auf sich, diesen schwerstbehinderten Hund zu versorgen, zu pflegen, zu betreuen.

In diesem Jahr gab es zahlreiche Rückschritte, aber auch immense Fortschritte. Bracco Baldo bekam einen maßgefertigten Rollwagen. Orthesen und Spezialschuhe. Physiotherapie und ärztliche Betreuung.

Irgendwann war es soweit und Bracco Baldo lief allein auf allen vier Beinen selbstständig durch den Garten, später auch durch Wald und Flur.
Da allerdings mit einer Leine gebremst, denn so ein Jagdhund verfolgt gerne jede Spur.

Es gab in diesem Jahr graue Tage für Bracco Baldo. Durchfallattacken,  Leishmanioseschübe und mehr. Aber es gab für ihn ein ganzes Jahr voller Liebe, voller aufregender Spaziergänge, voller toller Hundekumpels und unheimlich netten Menschen. Und voller Hoffnung, berechtigter Hoffnung.

Tausende Euro sind in die Behandlung und Pflege dieses Hundes geflossen und er war jeden einzelnen Cent wert.

War? Ja. Denn am 3. Dezember 2010 ist Bracco Baldo über die Regenbogenbrücke gegangen. Die singende, immer fröhliche und liebenswerte Bracke, ein Sonnenschein-Hund, wie es nicht viele gibt, hat die Welt verlassen

Ich bin sehr froh, dass diesem einen Hund, einem Hund aus dem Ausland, in Deutschland geholfen wurde und er nicht in Italien seinem Schicksal überlassen wurde. Das ist für mich Tierschutz: Denen zu helfen, die es nötig haben, egal, wo auf dieser Welt.

Bracco Baldo, ich wünsche Dir eine glückliche Zukunft im Regenbogenland bei unserer Diana und natürlich auch bei Schumi, Vip, Joe, Dark und allen anderen, die bei Eli Zuflucht fanden.

Wie könnte ich, die diesen ganz besonderen Hund, diesen unheimlich tapferen Kämpfer, kennen und lieben gelernt hat, also gegen Auslandstierschutz sein?

Meine Hochachtung gilt Bettina und Frank, die Bracco Baldo für ein Jahr Lebenfreude geschenkt haben. Die Tag und Nacht für ihn da waren. Die für ein Jahr die Abläufe umgekrempelt haben und das Haus noch dazu. Sie haben nichts unversucht gelassen für Bracco Baldo, sehr viel Zeit und sehr viel Geld investiert und ich bin sicher, sie hätten das gerne noch länger getan, wenn Baldone damit eine Chance auf ein längeres Leben gehabt hätte.

Wie gut, dass es solche Menschen gibt!

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