Ostern 2013


Die Fahrt führt Maximilian nach Mailand und nach Brescia.

Diesmal fahren Pointerine Agata, Pointer Giotto, das Bretonen-Mix-Mädel Penny und die kleine, ängstliche Mischlingshündin Goccia mit ihm zu ihren Familien.

Agata · Giotto · Penny · Goccia

Eigentlich war vorerst keine Fahrt geplant. Aber dann lehnte die Fluggesellschaft in Mailand die Mitnahme von Agata ab und so überlegten wir nicht lange, sondern boten an, Agata von Mailand nach Deutschland zu holen.

Da von SALVA LA ZAMPA in Mailand für keinen weiteren Hund eine Pflegestelle frei war und auch keine Reservierung vorlag, fragten wir bei ADOPTIERE e. V. nach, ob in ihrem Partnertierheim in Norditalien vielleicht noch ein Hund auf die Ausreise nach Deutschland wartet. Und so war es dann auch. Nicht nur ein Hund, sondern sogar gleich zwei: Goccia und Penny.

Drei Tage vor Abfahrt fand sich für Giotto aus Mailand noch eine Familie, so dass kurzfristig eine Vorkontrolle durchgeführt wurde (danke Manu!) und nachdem diese positiv war, planten wir also die Reise für 4 Hunde.

Die Boxen wurden zusammengebaut, mit Kuscheldecken bzw. -kissen bestückt, Wassernäpfe befestigt und ins Auto geschlichtet.

Am Tag, bevor Maximilian starten wollte, stand plötzlich noch ein Hund zur Diskussion, aber es war noch nicht klar, ob sich die Familie so kurzfristig entscheiden würde. Also haben wir flugs umgeplant und andere Boxen für die Fahrt hergerichtet, so dass wir alle 5 Hunde ins Auto gebracht hätten.

Samstag, 30. März 2013

09.30 Uhr: Maximilian hat alles verstaut und startet. Bei uns ist es kalt, so um die Null grad. Winterliches Wetter. Bambini-Bär und Blümchen, zwei unserer Bären, ohne die wir keine Reise antreten, sind mit von der Partie.

Nach ca. 3 Stunden der erste Anruf vom üblichen Halt in Hohenems. Maximilian meint, es herrscht wenig Verkehr, alles ruhig, er kommt gut voran.

Kurz nach 13 Uhr klingelt das Telefon erneut und mir war sofort klar, dass etwas nicht OK ist, denn normalerweise ruft Maximilian nicht zwischen den Stopps an.
Leider war es dann auch so. Maximilian fuhr gemächlich mit vielleicht 120 Stundenkilometern auf der rechten Spur der Autobahn, als plötzlich vor ihm eine weiße Wand auftauchte. Ein Kastenwagen. Dieser fuhr so knapp vor Maximilian auf die rechte Spur, dass Maximilian keine andere Wahl hatte, als nach rechts auszuweichen, um einen Zusammenstoß zu verhindern. Die Folge war jedoch, dass Maximilian dadurch an die Leitplanke geriet, was den anderen Fahrer gar nicht zu interessieren schien: Er fuhr unverrichteter Dinge weiter :-/

Bis die Polizei kam und den Unfall aufnahm, verging einige Zeit und Maximilian hatte so die Möglichkeit, den ersten Schock - immerhin war das nach über 30 Jahren sein erster Crash - zu verdauen. Zum Glück war Maximilian unverletzt! Dafür ist unser Auto auf der gesamten Beifahrerseite ziemlich lädiert. Welch ein Glück, dass es Vollkasko versichert ist. Als auch der Polizist den Schaden in Augenschein genommen und sein OK für die Weiterfahrt gegeben hatte, war klar, dass die Fahrt nicht abgebrochen wird. In Italien fällt man mit solch einem zerschrammten und zerbeulten Auto eh nicht auf *g*.

Der Unfall hatte Maximilian natürlich sehr viel Zeit gekostet, doch die weitere Fahrt verlief ruhig. Am St. Bernhard-Tunnel dann stand Maximilian zuerst gut 30 Minuten an der roten Ampel und kurz darauf verzögerte sich die Fahrt im Tunnel erneut, so dass er insgesamt nochmals fast eine Stunde Zeit einbüßte und letztlich erst gegen 20 Uhr in Mailand im Hotel eintraf.

Bei seinen sonstigen Fahrten geht Maximilian bei seiner Ankunft in Mailand in einen Supermercato und kauft unter anderem Ritornelli - super leckere Kekse - für mich. Ok *seufz*, diesmal wird es also keine Kekse  geben.

Diesen aufregenden und anstregenden Tag ließ Maximilian mit einer schmackhaften Pizza ausklingen, bevor er dann auch schon schlafen ging.

Und für die Hunde beginnt die letzte Nacht im Tierheim bzw. bei der italienischen Pflegefamilie.

Ostersonntag, 31. März 2013

Für heute gibt es einen sehr straffen Ablaufplan, denn die Strecke ist sehr weit und der Tag wird irre lang. Jedem Beteiligten liegt diese Organisationsliste vor, auf der alle Kontaktdaten, die Übergabeorte, die voraussichtliche Übergabezeit und auch die Größe der Boxen genannt ist. Der Sicherheit der Hunde zu Liebe laden wir die Hunde mit den Boxen um, außer es wird von der Pflegestelle/Endstelle ausdrücklich die Übergabe ohne Box gewünscht. Das Risiko, dass der Hund bei der Übergabe wegläuft, tragen dann jedoch nicht wir.

Um 08:30 Uhr trifft sich Maximilian mit Corinna in Mailand dort, wo die Hunde von SALVA LA ZAMPA untergebracht sind und Agata und Giotto werden in ihre Boxen geladen. Während sich Agata gleich ins gemachte Bett legt, braucht Giotto einige Zeit, um sich seine Decke so zurecht zu schubbern, dass sie für ihn passt. Auch von ihm ist danach nichts mehr zu hören.

Goccia und Penny, die wir für adopTiere e. V. transportieren, werden von Chicca an den Treffpunkt gebracht. Chicca steht mit ihrer Kollegin Johanna, die deutsch spricht, in stetem Kontakt, falls es Kommunikationsprobleme geben sollte. Die Verständigung klappt aber gut und so waren auch Penny und Goccia schnell im Auto untergebracht. Goccia kam sogar mit einer Box, denn weil sie ängstlich ist, hatte das Tierheimteam die Box extra mit einem homöopathischem Entspannungsmittel präpariert, was auch dazu beitrug, dass Goccia sehr entspannt wirkte. Im Gegenzug bekam Chicca eine Austauschbox und es wurde vereinbart, die Boxen bei der nächsten Fahrt wieder zu tauschen.

Für Hund Nummer 5 gab es leider keine Freigabe, was mich persönlich sehr traurig machte, weil er genau in mein "Beuteschema" passt. Das wäre er gewesen: ROMEO *herzenindenAugenhab* und ich hoffe sehr, dass er bei der nächsten Tour mit an Bord sein darf!

Während Maximilian Kilometer um Kilometer der Strecke bei zeitweise angenehmen 15 Grad Außentemperatur *neid* hinter sich lässt und um 12:00 Uhr seinen obligatorischen Cappuccino in Trens trinkt und mir um 13:00 Uhr die Info, dass er "4 Penner :-)" im Auto hat, gibt, habe ich Diskussionen wegen der ersten Übergabe, die nun geringfügig früher als geplant, nämlich bereits um 14:00 Uhr statt um 14:30 Uhr, in Vaterstetten sein soll.

Maximilian wählt die Übergabeorte mit Bedacht. Einerseits natürlich, um nicht unnötig Halt machen zu müssen und Zeit zu verlieren, andererseits aber auch, um - soweit es seine Strecke zulässt - den Familien so weit wie möglich entgegenzukommen. So ist auch dieser erste Treffpunkt gerade mal ca. 23 km vom Wohnort der Pflegestelle entfernt, doch anscheinend ist das zu weit. Denn weder der Ort passt, noch die Zeit, als ich sage, dass Maximilian besser als erwartet voran kommt und sogar noch eine halbe Stunde früher vor Ort sein wird. DAS ist etwas, was mich maßlos ärgert und was ich auch nicht verstehe. Kann man sich denn für den Tag des Einzugs eines neuen (Pflege-)Familienmitglieds nicht mal ausreichend Zeit nehmen? Ist es wirklich zuviel verlangt, eine halbe Stunde zum Treffpunkt zu fahren? Letztendlich haben wir uns darauf verständigt, dass Maximilian an dem von ihm geplanten Übergabeort warten wird. Kurz nach ihm traf das zukünftige Pflegefrauchen dann auch ein und Agata wurde in ihr Auto geladen.

Für Maximilian geht die Fahrt - zeitlich zum Glück nach wie vor im Plan - weiter zum Treffpunkt, wo Penny bereits sehnsüchtig von ihrer Familie erwartet wird. Wegen vieler Baustellen auf der Strecke trifft Maximilian leider etwas später als gedacht - es ist fast 18:00 Uhr - ein, wodurch sich natürlich auch die Vorfreude vom neuen Frauchen und vom neuen Herrchen von Penny verlängert. Penny wurde dann im Gegensatz zu Agata mit Box umgeladen und fuhr auch direkt im Anschluss mit ihren Menschen in ihr neues Zuhause.

Zum nächsten, dem letzten Treffpunkt ist es nicht so weit. Gut eine Stunde später trifft sich Maximilian mit der Familie von Goccia, die sich freundlicher Weise bereit erklärt hat, Giotto, der in die gleiche Richtung muss, bis zu sich nach Hause mitzunehmen, wo er dann von seiner Familie abgeholt wird. Ein herzliches Dankeschön für diese sehr netten Chauffeurdienste :-) Beide Hunde wurden ebenfalls samt Boxen umgeladen und für Goccia, die während der Fahrt hörbar schnarchte *g*, haben wir ihrer Familie ein Sicherheitsgeschirr unser leider bereits verstorbenen Segugia Diana mitgegeben. Auch wenn Goccia einige Zentimeter kleiner ist, passt es vielleicht und gibt ihr für die ersten Tage im neuen Zuhause etwas mehr Sicherheit.

Es ist ca. 19:30 Uhr. Alle Hunde sind auf dem Weg ans Ziel und Maximilian gönnt sich einen Burger und einen Kaffee, bevor auch er sich auf den Heimweg macht.

Schon um 20:31 Uhr erhalte ich die erste Mail von Pennys Familie und die Info, dass Penny gut gelandet ist und im Moment das Haus erkundet. Kurz danach gab es dann auch Fotos zum Beweis *g* und weitere Infos *freu*. Ich finde, Penny sieht seeehr zufrieden aus!

Giotto wurde um 21:15 Uhr bei der Familie von Goccia abgeholt und traf dann nach einer insgesamt langen Fahrt um 22:00 Uhr endlich in seinem neuen Zuhause ein, wo es sich - so die Worte der Vorkontrolleurin - für einen Hund sehr gut leben lässt. Das hat er sich auch verdient, der coole Pointer, der bei den Zwischenstopps nicht mal den Kopf hob, sondern total entspannt in seiner Transportbox lag und döste.

Um 23:00 Uhr rannten unsere Hunde zur Tür. Sie hatten gehört, dass das Auto in die Garage gefahren ist und standen Spalier im Flur, um ihr Herrchen zu begrüßen, das nach diesem doch sehr anstrengenden Tag ziemlich groggy war.

Eine letztlich erfolgreiche - vom heftigen Blechschaden an unserem Auto abgesehen - Tour geht zu Ende und für vier Hunde, die bislang nicht wirklich ein schönes Leben hatten, beginnt nun ein neues Leben im Glück. Willkommen in Deutschland, habt eine wunderbare Zukunft!

Während der gesamten Tour wurden alle Beteiligten Personen von mir per SMS und Mail auf dem Laufenden gehalten, weil ich es wichtig finde, dass die Familien bereits ab dem Beginn des neuen Lebens der Hunde daran teilhaben und nicht erst bei deren Übernahme.


DANKE an all die,
die zum unkomplizierten und reibungslosen Ablauf der Fahrt beigetragen haben!


Ich wünsche viel Freude mit den neuen Familienmitgliedern, die dauerhaft oder auf Zeit bei Ihnen leben.

Italienische Hunde [-cartcount]