Unsere Mila, als sie beschlagnahmt wurde :-/

Warum Italien???


Ich werde ja doch ab und an gefragt, warum ich mich für italienische Hunde engagiere und nicht in Deutschland helfe.

Die einfachste Antwort ist natürlich: WARUM NICHT? Lächelnd

Als ich im Frühjahr 2008 beschloss, Hunden in Not zu helfen, erkundigte ich mich sehr genau über die jeweiligen Gegebenheiten. In den örtlichen Tierheimen und auch bei einer Tierschutzorganisation in der Nähe, die in Italien hilft.


Das eine örtliche Tierheim fiel von vornherein durchs Raster, weil ich ja selbst erlebte, wie unser Baffo dort "leben" musste.


Das andere örtliche Tierheim baute unlängst ein neues Hundehaus. Aber nicht für Rudelhaltung, nein. Wieder kleine Boxen, wo meist zwei Hunde wohnen. Außerdem habe ich in den vergangenen Monaten zweimal einen Fundhund dort abgegeben und war von der fachlichen Kompetenz der Mitarbeiter alles andere als überzeugt.


Da ich kein Freund von Grenzen - weder für Menschen, noch für Tiere - bin und mein Mann und ich in den letzten 20 Jahren mehrfach in Italien im Urlaub waren, entschied ich mich also für die Tierschutzorganisation, die in Italien hilft. Im Laufe der Zeit lernte ich das Elend der Tiere dort kennen und besonders die Eindrücke vor Ort haben mich geprägt.

Dann zog Zampa ein, unsere erste Pflegehündin. Das war im September 2008. Und sie zeigte uns, wie toll diese Hunde sein können, trotz nicht immer guter Erfahrungen mit Menschen. Auch alle Pflegehunde, die nach Zampa bei uns lebten, waren schlicht unkomplizierte Hunde, die sich schnell in die Herzen der Menschen in unserem Umfeld schlichen.

Natürlich suchen wir uns die Hunde aus, die wir bis zur Vermittlung bei uns aufnehmen, aber wir versuchen auch - bisher erfolgreich - die Hunde gut auf ein Leben in den Familien vorzubereiten.

Falls jemand all das trotzdem nicht versteht: Diese Bilder, die bei der Beschlagnahmung unserer Mila bei deren "Züchter" entstanden, sagen mehr als alle Worte. Und solche Haltungsbedingungen sind in Italien leider absolut kein Einzelfall.

CaniArsagoSeprio 14.12.2009
CaniArsagoSeprio 15.12.2009

Selbst in den Zeitungen vor Ort wurde über diese Beschlagnahmung, bei der 34 Tiere (ein Hund starb kurz darauf) konfisziert wurden: Varesenews (auch für Menschen, die der italienischen Sprache nicht mächtig sind, mit einem Übersetzungsprogramm leicht zu verstehen).

Ein weiterer Grund, gerade in Italien tätig zu werden, sind beliebte Urlaubsregionen wie die Toskana oder auch der Cilento, südlich der Amalfi-Küste gelegen.

Und zwar die "OASI SAN LEO" (ist das nicht ein wohlklingender Name?) in Cicerale:
http://www.pfotenhilfe-europa.eu/hoelle_cicerale.html

Als wir bei einem Urlaub im Jahr 2008 dieses abgelegene "Tierheim" entdeckten, dachte ich wirklich zuerst, dass es sich um ein normales Tierheim handelt. Aber als wir näher kamen und plötzlich von einem Auto mit finsteren Gestalten verfolgt wurden, war mir schon mulmig.

Reinsehen in das "Tierheim" war nicht möglich, alles total abgeschottet. Man konnte nur Hunde bellen hören.

2009 waren wir erneut dort. Und wieder: Kaum bogen wir den Weg zum Tierheim ein, kam schon ein Wagen gefahren. Ich habe zwar Fotos gemacht, aber dank der Planen am Zaun ist da fast kein Durchsehen möglich.

Nach unserer Rückkehr aus dem Urlaub habe ich bei italienischen Tierschützern nachgefragt.
Es wurde mir genau das bestätigt, was im Link des Eingangsposts steht:
Die Tiere werden nicht ärztlich betreut, fast nicht gefüttert, auf keinen Fall vermittelt und es kommt so gut wie kein Außenstehender in diese sogenannten Tierheime hinein. Und noch viel schlimmer: Rüden und Hündinnen werden nicht getrennt, da auch jeder Welpe Geld bringt. Denn pro Hund gibt es Geld, viel zu viel Geld. Mir wurde der Betrag von 5 bis 10 Euro pro Hund pro Tag gesagt.

Allein bei 200 Hunden lässt sich davon doch schon besser leben als von Arbeitslosigkeit, die es gerade im Süden von Italien zuhauf gibt. Hunde haben dort leider noch immer nicht die Lobby wie weiter im Norden.

Meinen Urlaub in Italien hat mir dieses Canile gründlich verleidet. Leider, denn an sich ist Italien wunderschön. Aber die Gleichgültigkeit vieler Einheimischer den Tieren gegenüber ist absolut schrecklich und ich möchte durch mein Geld, welches ich im Urlaub ausgebe, diese Leute keinesfalls unterstützen!


Übrigens: Die allermeisten Leute, die gegen Auslandstierschutz wettern, tun gar nichts. Weder hier noch dort!

Doris Kirrbach-Busl